Wir feiern die Demokratie am 2. Oktober im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie. In unterschiedlichen Veranstaltungen und Formaten gehen wir der Frage nach, was unsere Gesellschaft zusammenhält und was unsere Demokratie ausmacht. Feiern und diskutieren Sie mit!
In zwei kurzen Vorträgen werde der in Dinkelscherben-Fleinhausen geborene Nazi-Propagandist Julius Streicher und das von ihm herausgegebene NS-Progapandablatt „Der Streicher“ dargestellt. Beleuchtet wird dabei auch die Rolle der Medien.
Julius Streicher: Der Weltkkriegssoldat, Volksschullehrer und Gauleiter von Franken spielte eine fundamentale Rolle in der menschenverachtenden Entwicklung des Nationalsozialismus. Er übte eine Doppelrolle als enger Vertrauter Hitlers und als Herausgeber seines vor antisemitischer Hetze und pornographischer Brutalität strotzenden Wochenblattes „Der Stürmer“. Der Weg der NSDAP von einer Münchner Lokalpartei zur reichsweiten Massenbewegung ist ohne ihn nicht denkbar. Er ist führender Exponent des Nationalsozialismus in seinem Dualismus aus Volkstümlichkeit und brutalstem Menschenhass. Streicher sorgte damit für internationales Aufsehen. Er bereitete den leider so fruchtbaren Boden für die Vernichtung des europäischen Judentums und weiterer Opfergruppen.
Als jüngstes von neun Kindern des Volksschullehrers Friedrich Streicher und seiner Frau Anna kam er am 12. Februar 1885 in Fleinhausen, fast als Totgeburt, bereit zur Nottaufe, zur Welt. Die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse verurteilten den selbsternannten „Frankenführer“ zur Todesstrafe durch den Strang. Der Pfarrer in Dinkelscherben trug 1946 in das Matrikelbuch folgendes ein: „Wie wunderbar sind deine Gerichte, oh Herr.“
Um Anmeldung wird gebeten!
Die Veranstaltungen im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie werden gefördert vom Wertebündnis Bayern und dem Bayerischen Volkshochschulverband.